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Anrufbusse im ÖPNV des Landkreises

Sächsische Zeitung Ausgabe Zittau
Dienstag, 12. Juni 2007, Seite 13

Fahrgast zeigt Sparmöglichkeit

Der derzeitige Busplan der KVG könnte besser sein, meinen Nutzer und Bahnkundenverband.

Gabriel Wandt

Der aktuelle Fahrplan der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG) gilt seit gut zwei Monaten, und die Kritik daran ebbt nicht ab. Nutzer beklagten bereits in Briefen an SZ und KVG lange Wartezeiten beim Umsteigen oder schlechte Verbindungen im Zittauer Gebirge und auf dem Eigen, vor allem an Wochenenden. Fahrgäste im ganzen Kreisgebiet müssten seither Nachteile hinnehmen, hat auch Michael Cleve vom Deutschen Bahnkundenverband festgestellt. Das sei „nicht mit den Grundsätzen des Nahverkehrsplanes vereinbar“, schreibt er in einem offenen Brief unter anderem an die Verantwortlichen beim Kreis und bei der KVG.

Leerfahrten reduzieren

Daher hat Cleve ein detailliertes Konzept erarbeitet und stellt darin nicht nur Forderungen, sondern bietet konkrete Lösungsvorschläge an, mit denen die KVG seiner Ansicht nach sparen könnte.

Ausdrücklich spricht sich der Herrnhuter Michael Cleve dafür aus, dass auf schlecht genutzten Linien konsequent Anrufbusse eingesetzt werden. Das geschieht seit Ende vorigen Jahres im Gebiet Löbau-Kittlitz-Weißenberg, und die Fahrgäste zeigten sich bei einer Befragung damit zufrieden. Kreisräte forderten Anrufbusse bereits im Januar auch für den Hirschfelder Raum. Cleve kann sich die Anrufbusse sogar im Schülerverkehr vorstellen. Außerdem will er unnötige Leerfahrten reduzieren, um so anderweitige Kürzungen wieder rückgängig zu machen. Wenn beispielsweise die Linie 27 von Löbau nach Zittau am Sonnabendmorgen fünf Minuten früher fahren würde, könnte derselbe Bus als Linie 7 weiter über Lückendorf nach Oybin fahren. Insgesamt könnten durch verschiedene solcher Optimierungen pro Jahr 1800Leerkilometer gespart werden. Der Mehraufwand von rund 9000 Fahrkilometern, den die Vorschläge mit sich bringen, lohne sich, weil dann mehr Fahrgäste die Busse nutzen würden, so die Überzeugung des Kundenvertreters Cleve. Und schließlich war es der Landkreis selbst, der mit dem neuen Fahrplan sparen wollte: Fünf Prozent der Busfahrten und damit 200000 Fahrkilometer sollten wegfallen. Zur Begründung hieß es, dass die Fahrleistung von vierMillionen Kilometern in den vergangenen Jahren trotz sinkender Nutzerzahlen konstant blieb.

Das Lesen braucht Zeit

Beim Landkreis hat man zwar mittlerweile Kenntnis von Cleves Vorschlägen, jedoch: „Inhaltlich kann ich noch gar nichts sagen“, erklärt Angelika Voigt, Leiterin des zuständigen Sachgebiets Straße/Verkehr/Bußgeld. „Unsere Sachbearbeiter müssen das Konzept erst durcharbeiten, und dann können sich die Ausschüsse damit befassen“, schildert sie den weiteren Verlauf.

Auch bei der KVG ist man derzeit damit beschäftigt, Cleves 25-Seiten-Konzept zu lesen. Dies brauche Zeit und müsse anschließend mit den Verantwortlichen des Landkreises besprochen werden, sagt Eberhard Hockauf, KVG-Fahr- und Dienstplanungsleiter.



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